Höömii-Gesang E-Mail

Höömii-Geschichte

Die Mongolen beschäftigen sich als nomadische Stämme vorrangig mit Jagd und Viehzucht. So setzten sie sich tagein und tagaus mit den Elementarkräften und Naturgewalten auseinander und sind gleichzeitig eng mit ihnen verbunden. Denn nur ein geschickter, respektvoller Umgang mit der Natur sichert ihnen das Wohlwollen aller sichtbaren und unsichtbaren Kräfte. Die Mongolen begegnen der Natur mit großer Achtung und Verehrung. Ihnen sind die Erde, die Berge und die Flüsse heilig und sie leben im vollendeten Einklang mit der Natur.
Der berühmte westmongolische Epenerzähler Avirmed sagte: ”Dieses Volk, das beim Verehren der Hochgebirge singend und Ode und Epen erzählend feierte, ist der Pfad der altertümlichen Menschen, die Feuer verehrten und den Jagdhimmel anriefen”. Aus dieser innigen Naturverbundenheit entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die Gesangstechnik Höömii, bei der die Tiere (vor allem Pferde, Wölfe, Kamele), die Flüsse, das Echo der Berge und der Wind vom Höömii-Sänger imitiert werden.

Höömii-Technik

Das Höömii ist eine imitative Vokaltechnik und eine besondere Oberton-Gesangskunst, die von beliebigen Musikinstrumenten begleitet werden kann. Die Besonderheit besteht darin, daß der Sänger gleichzeitig zwei Töne hervorbringt. Einer dieser Töne ist ein einziger langgedehnter summender Grundton, über welchem sich die Melodie zu großen Höhen erhebt.
Der Ton des Gesanges wird durch gezieltes Ausströmen der Atemluft hervorgerufen. Geformt wird der Ton durch die veränderte Position der Zunge, des Gaumensegels, des Kehldeckels und Verformung der Mundhöhle. Bei einigen Arten wird der Ton noch zusätzlich durch die Kontraktion und Ausdehnung der Hals- und Bauchmuskeln geformt, und so in seiner Klarheit verbessert. Diese Atemtechnik des Obertongesanges beansprucht stark die Stimmbänder, den Kehlkopf und das Zwerchfell. Ein guter Höömii-Sänger singt Höömii, ohne die Lippen zu bewegen!
 
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